Mit über sechs Milliarden Euro springen die Franzosen ein, nicht nur aus Nächstenliebe. Der Kredit könnte auch ein dickes Plus für die eigene Staatskasse bringen. Die zögerliche Haltung Deutschlands stößt da auf Unverständnis.
Der Bundespräsident hat mal wieder eine Chance vertan. Er hätte den Bürgern erklären müssen, warum es unausweichlich ist, Griechenland zu retten.
Selbst am Elend der Griechen verdienen einige noch ziemlich kräftig: Bundespräsident Köhler attackiert die Profiteure der Athen-Krise – mit drastischen Worten.
Die Krisengeschichte Griechenlands ist auch eine Geschichte des Kampfes der Politik gegen die Finanzmärkte.
Scheinheiliger gehts nicht, denn es war doch Köhler, der vor der Finanzkrise immer wieder den freien Markt gepriesen hat.
Am Streit um die Hilfen für Griechenland ist vor allem eins gruselig: Er enthüllt, was für ein unvereinbares Verständnis die Deutschen und die anderen von der Krise haben. Eine Kluft, die Angst macht. Das deutsche Modell geht etwa so: Gutes Wirtschaften ist, wenn jeder dafür sorgt, dass es keine Haushaltsdefizite gibt, die eigene Wirtschaft wettbewerbsfähiger wird und Kosten so lange sinken, bis jeder einen Job hat.
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