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Schaut auf die Deutsche Bank!

Veröffentlicht am 25.04.2010 in Wirtschaft

Deutsche Politiker fallen über das US-Geldhaus Goldman Sachs her – weil es die Mittelstandsbank IKB geprellt haben soll. Dabei ist das Ganze Heuchelei: Auch die Deutsche Bank drehte der IKB verhängnisvolle Schrottpapiere an, ohne dass Berlin dagegen vorgegangen wäre.

Skandal bei Goldman? Schaut auf die Deutsche Bank!
Deutsche Politiker fallen über das US-Geldhaus Goldman Sachs her – weil es die Mittelstandsbank IKB geprellt haben soll. Dabei ist das Ganze Heuchelei: Auch die Deutsche Bank drehte der IKB verhängnisvolle Schrottpapiere an, ohne dass Berlin dagegen vorgegangen wäre.
Denn auch die Deutsche Bank hat der IKB jene verhängnisvollen Schrottpapiere angedreht, die das Institut in den Untergang trieben – und zwar zu einer Zeit, als die smarten Investmentbanker die Papiere längst aus den eigenen Beständen verkauft hatten, wie Konzernchef Josef Ackermann indirekt zugab. Mehr noch: Die Bank hat sogar auf einen Verfall solcher Papiere gewettet. “Es stimmt, wir hatten zeitweise eine andere Marktauffassung als die IKB”, erklärt die Deutsche Bank heute. Gleichzeitig beteuert das Institut jedoch, dass dies für jedermann erkennbar gewesen sei. Genau das bezweifeln viele Finanzexperten.
Vor allem aber hat die Deutsche Bank den wohl unvermeidlichen Zusammenbruch der IKB selbst ausgelöst – und zwar durch einen Anruf von Institutschef Ackermann beim Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio.
Quelle: Spiegel Online
Wenn deutsche Politiker nun Zeter und Mordio schreien und ehrliche Entrüstung vorgaukeln, so müssen sie sich die Frage gefallen lassen, warum sie noch keine Anzeige gegen die Deutsche Bank eingeleitet haben. Die Praktiken von Goldman Sachs und der Deutschen Bank sind beinahe 1:1 vergleichbar und auch die Deutsche Bank hat auf Kosten der Steuerzahler sehr viel Geld mit den Bankenpleiten der vergangenen Jahre verdient. Direkt, weil sie gegen die Papiere gewettet hat, und indirekt, weil sie sehr viel Geld mit der Emission von Staatsanleihen verdient, die nur durch die milliardenschweren Bankenrettungen nötig wurden. Auf eine Anklage gegen Josef Ackermann werden wir jedoch aller Voraussicht nach vergeblich warten.
Goldman Sachs ist alleine wegen seiner Arroganz und Großmannssucht optimal für ein Fanal geeignet. Obama will schließlich nicht den Eindruck erwecken, er ließe sich von den Banken auf der Nase herumtanzen. Die Anklage gegen Goldman Sachs ist jedoch kaum mehr als eine Nebelkerze – die größte Investmentbank der Welt ist nicht nur erstklassig vernetzt, sie ist auch wahrlich systemrelevant. Einen Zusammenbruch von Goldman Sachs würde die globale Finanzwelt nicht überleben.
Warum schießt nun aber die deutsche Politik gegen die Goldmänner? Deutsche Politiker lieben es, den Finanzstandort USA für die Krise verantwortlich zu machen und sich selbst und deutsche Banker als komplett überraschte Opfer darzustellen. Was eignet sich für dieses verquere Selbstbildnis besser, als eine sinistre amerikanische Investmentbank, die guten deutschen Bankern ihren Ramsch in betrügerischer Absicht unterjubelte. Alles Böse kommt von Drüben, unsere Banker sind Opfer, unsere Politik trägt kein Jota an Mitverantwortung – Amen! (…) Alle hätten indes etwas davon, wenn diese Form des Glücksspiels ein für alle Male verboten würde. Der Betrug ist systemimmanent und der Betrogene ist nicht irgendein dummer Provinzbanker, der Betrogene, dass sind wir, die wir für den Schaden haften. Von einem Verbot des Glücksspiels kann allerdings keine Rede sein, wenn die Glücksspielkommission mit Personen wie Asmussen oder Issing besetzt ist – im Gegenteil. Auf der Anklagebank ist noch viel Platz. Frau Merkel, Herr Steinbrück, Herr Asmussen, bitte nehmen sie Platz!
Quelle: Spiegelfechter

 

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