SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Von neuen Helden und ekelhaftem "Stolz" im TV

Veröffentlicht am 26.04.2010 in Service

Die ständige Indoktrination, dass man für Friedenseinsätze getötete deutsche Soldaten in Kauf nehmen müsse, könne er nicht mehr hören. So schreibt dort der Vater eines in Afghanistan gefallenen Bundeswehr-Soldaten.

Das blieb die kritischste, “pazifistischste” Einlassung in dieser Sendung. Und die konnte so natürlich auch nicht stehen bleiben: Die Perspektive richtiger Soldaten sei eben eine andere als die von Angehörigen. Sie rechneten schon damit, daß sie ums Leben kommen könnten – musste sich aus dem Studio der hinterbliebene Vater in seiner Trauer belehren lassen. Die hatte ihn anscheinend leider zu unangemessener Kriegsskepsis verführt…
Herr Moderator Schönenborn vermisst vor allem eine “Formulierung”, mit der sich “die Öffentlichkeit hinter diesen Konflikt, hinter diesen Kampf” stellen lasse. “Es ist unser Geld, das in die Drogen geht, und dieses Geld kommt dann als Waffen für die Taliban wieder zurück”, agitiert auf dieses Stichwort hin Michael Stürmer. Mithin könnte man dem deutschen
Stammtisch und namentlich den zehn Millionen LeserInnen der Bildzeitung einreden, dass am Hindukusch nicht einfach nur abstrakt “unsere Freiheit” verteidigt, sondern unsere Jugend vor den durch die Taliban eingeschmuggelten Rauschgiften in Schutz genommen werde…
Der Kampf um die Köpfe ist wie eh und je Teil dieses Krieges. Hier und heute geht es darum, den Krieg im allgemeinen und den Krieg in Afghanistan im besonderen mehrheitlich konsensfähig zu machen. Dazu muss das hartleibige Weichziels unaufhörlich behämmert werden, die noch nicht ganz und gar behämmerte, kriegsresistente “Zivilgesellschaft”. Der Presseclub hämmerte am 18. April ein Stückchen mit an diesem großen Werke, um – Moderator Schönenborns Zielvorgabe folgend – eine “Formulierung” zurechtzuschmieden, dank derer sich “die Öffentlichkeit hinter diesen Konflikt, hinter diesen Kampf” stellen lasse.
Quelle: Neue Rheinische Zeitung

 

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