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Der reduzierte Präsident - Frankreich und die "Hilfe" für Griechenland

Veröffentlicht am 01.05.2010 in Europa

Mit über sechs Milliarden Euro springen die Franzosen ein, nicht nur aus Nächstenliebe. Der Kredit könnte auch ein dickes Plus für die eigene Staatskasse bringen. Die zögerliche Haltung Deutschlands stößt da auf Unverständnis.
Der Bundespräsident hat mal wieder eine Chance vertan. Er hätte den Bürgern erklären müssen, warum es unausweichlich ist, Griechenland zu retten.

Ein gutes Geschäft für Frankreich
Griechenland braucht Geld, und Frankreich hilft gerne.
Für Ex-Finanzminister Laurent Fabius von den Sozialisten ist es ganz klar: Frankreich werde Griechenland schnell helfen, aber nicht unbedingt aus Großmut, sondern aus rein egoistischen Motiven. Denn sonst, meint Fabius, werde Frankreich mit in den Strudel gezogen.
Schon kommende Woche soll das entsprechende Gesetz durchs Parlament gewunken werden. Paris wird dabei 6,3 Milliarden Euro an Krediten für Athen locker machen, davon knapp vier Milliarden sofort. Zu einem Zinssatz von fünf Prozent ist das ein gutes Geschäft für Frankreich, das selbst zu günstigeren Konditionen leihen kann. Finanzministerin Christine Lagarde rechnet mit einem Gewinn von rund 150 Millionen Euro für die Staatskasse.
Quelle: Tagesschau

Köhlers peinliches Schweigen
Der Bundespräsident hat mal wieder eine Chance vertan. Er hätte den Bürgern erklären müssen, warum es unausweichlich ist, Griechenland zu retten. Ein Absatz “Hilfe zur Selbsthilfe”, das reicht nicht.
Als ehemaliger Direktor des Internationalen Währungsfonds hat er auch die nötige Erfahrung, den Bürgern in Deutschland zu erklären, warum es in ihrem Interesse ist, Griechenland und den Euro zu retten – und warum es sich lohnt, dafür Steuergeld zu riskieren. Er hätte der tumben, chauvinistischen Meinungsmache des Boulevards entgegentreten können, indem er klarmacht, dass das größte Problem nicht prassende Griechen sind, sondern die mangelhafte Konstruktion der Euro-Zone.
Köhlers Schweigen mag darin begründet sein, dass er selbst Anteil an der missglückten Konstruktion der Euro-Zone hatte – als Staatssekretär im Finanzministerium. Oder es liegt an seinem schon mehrfach nachgewiesenen Hang, sich lieber der Volksmeinung anzuschließen, statt sie – wie manche Amtsvorgänger – selbst zu prägen.
Quelle: FTD

 

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