Trotz Finanzkrise - Aktionäre deutscher Konzerne kassieren kräftig ab
Trotz der Finanzkrise öffnen die im Dax börsennotierte Unternehmen 2009 ihre Geldkoffer. Die Konzerne wollen zusammen rund 23 Milliarden Euro an die Anleger ausschütten. Damit bleiben die Dividenden nur knapp hinter dem Rekordjahr 2008 zurück. Die Ausschüttungen in schlechten Zeiten sind umstritten.
Kurzarbeit, Gewinneinbruch, Auftragsschmelze: Glaubt man Spitzenmanagern und Konjunkturforschern, befindet sich die deutsche Wirtschaft im schwersten Abschwung seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Dennoch werden viele große Unternehmen des Landes dieses Jahr eine Rekorddividende zahlen. Insgesamt dürfte die Summe der Ausschüttungen trotz der Rezession bei 23,6 Milliarden Euro liegen, wie die Analysten der Commerzbank ausgerechnet haben. Das wären lediglich 15 Prozent weniger als im Spitzenjahr 2008. Damals flossen 28,1 Milliarden Euro in die Taschen kleiner und großer Anteilseigner.
Was die Aktionäre freut, findet so mancher Beobachter bedenklich. Immerhin kommen nicht wenige der ausschüttungsfreudigen Konzerne in den Genuss staatlicher Konjunkturhilfen. "Einige Unternehmen sollten sich schon die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, 2009 eine hohe Dividende zu zahlen", sagt Jan Erhardt, Manager des Investmentfonds DJE Dividende & Substanz