Es geht vor allem um die milliardenschwere Steuerschuld derer, die ihr Vermögen im Ausland aufbauen konnten mit mehr oder weniger dubiosen Geschäften. Es geht um das Verschieben von Unternehmensgewinnen an ausländische Tochterfirmen in Steuerparadiese.
Nun hat sich also einer geoutet, von dem es niemand erwartet hatte. Einer, der gerade auf bestem Wege war zum steuerpolitischen Obermoralisten der Nation. Selbstanzeige, Ermittlungen, Steuerhinterziehung – und viele Fragen offen. Der Ruf der Empörten schallt jetzt durchs ganze Land. Die Kanzlerin ist bitter enttäuscht, “untragbar” tönt die CSU-Landesgruppenchefin und FDP-Chef Rösler spricht dem Würstelmillionär Hoeneß den Anspruch ab, Vorbild sein zu dürfen. Wumms! Da nimmt eine Regierung Haltung ein, die jahrelang zugeschaut hat, wie Milliarden auf anonymen Konten gebunkert wurden, die laue Abkommen mit der Schweiz abschließen wollte und dabei Steuerhinterzieher schützen wollte, die jetzt reumütig geständig um Nachsicht bitten. Dabei geht es nur vordergründig um Uli Hoeneß, dessen Verhalten strafrechtlich erst noch gewürdigt werden muss. Es geht vor allem um die milliardenschwere Steuerschuld derer, die ihr Vermögen im Ausland aufbauen konnten mit mehr oder weniger dubiosen Geschäften. Es geht um das Verschieben von Unternehmensgewinnen an ausländische Tochterfirmen in Steuerparadiese. Und sicher auch um Geld aus Korruption und anderen illegalen Machenschaften. Die Empörten der Regierungskoalition haben wenig dagegen unternommen. Ihr Aufschrei der Empörung steht der Doppelmoral des Bayernbosses in nichts nach.
Quelle: Georg Restle (Monitor) auf Facebook