Gleichzeitig aber wollte er mit der strategischen Ausrichtung der Landesbank nicht das Geringste zu tun und von einzelnen Geschäften schon gleich gar nichts gewusst haben.
Auch hier gleicht Stoiber seinem Ziehvater Strauß: Wenn ein Skandal auffliegt, sind immer die anderen Schuld.
“Ich bin nicht der Erfinder der Osteuropa-Strategie”, sagte Stoiber, “die Idee stammt nicht von mir.”
Der Ex-Ministerpräsident versuchte sich dadurch zu retten, dass er seine engsten Gefährten opferte.
Den früheren Kabinettsmitgliedern Günther Beckstein, Erwin Huber und Kurt Faltlhauser schrieb er große Rollen in dem Kärntner Trauerspiel zu. Er habe immerhin “wichtigste Minister” im Verwaltungsrat der Landesbank gewusst, betonte Stoiber, diesem Organ habe er natürlich vertraut. “Ich bin doch nicht der Kontrolleur der Kontrolleure.” Und vom Verwaltungsrat, vor allem aber von Finanzminister Faltlhauser, sei bei jeder Nachfrage das positive Signal gekommen: “Alles lösbar, alles im Griff.”
“Die Verantwortlichkeit”, bilanzierte Zeuge Stoiber selbstsicher, “ist halt so, wie sie ist.”…
Denn Stoibers “wichtige Minister” Beckstein und Huber werden erst in einigen Wochen vor dem Ausschuss vernommen. Dass sie nun die gesamte politische Verantwortung für den Kärnten-Deal schultern, um Stoiber zu schonen, darf bezweifelt werden.
Quelle: Spiegel Online