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Occupy London

Veröffentlicht am 18.10.2011 in Presse

Die vier größten britischen Banken unterhalten 1649, BP und Shell 1000 solcher Firmen. Auch die britischen Supermarktketten verlagern ihr Geld in Steueroasen, zum Beispiel auf die Insel Jersey, wo sich die Tarnfirmen tummeln. Derweil droht in Großbritannien Massenverarmung.

Wie in zahlreichen Ländern weltweit kam es auch in Großbritannien am Samstag zu Demonstrationen nach dem Vorbild der »Occupy«-Bewegung in den USA. Rund 5000 Menschen folgten dem Aufruf des »London Stock Exchange Collectives« und versuchten, die Londoner Börse zu besetzen. Mit der versuchten Besetzung der Londoner Börse protestierten die Demonstranten unter anderem gegen kürzlich aufgedeckte Fälle von Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Am 12. Oktober veröffentlichte die Organisation »Action Aid« eine Studie zum Thema. 18 Milliarden Pfund gehen demnach jedes Jahr durch Steuerhinterziehung in Großbritannien verloren. Während der britische Staat Arbeitnehmer, Erwerbslose und sozial schwache mit Belastungspaketen schröpft, ist ein Gesetz in Vorbereitung, welches multinationalen Konzernen Steuerabschreibungen erleichtern soll. Das bedeutet Steuergeschenke an Unternehmen im Wert von 840 Millionen Pfund. Zudem haben 98 der 100 größten an der Londoner Börse notierten Unternehmen Strohfirmen gegründet, mit denen sie in Steueroasen operieren. Die vier größten britischen Banken unterhalten 1649, BP und Shell 1000 solcher Firmen. Auch die britischen Supermarktketten verlagern ihr Geld in Steueroasen, zum Beispiel auf die Insel Jersey, wo sich die Tarnfirmen tummeln. Derweil droht in Großbritannien Massenverarmung. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Armutsbericht hervor. Das Durchschnittseinkommen wird im kommenden Jahr um sieben Prozent sinken. Es wird 600000 mehr arme Kinder und 800 000 mehr arme Erwachsene im berufsfähigen Alter geben.
Quelle: junge Welt

 

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