Das Ausmaß der NSA-Spionage in Deutschland wird immer gewaltiger. Und was machen die Ausgespähten? Nichts.
Das Ausmaß der NSA-Spionage in Deutschland wird immer gewaltiger. Und was machen die Ausgespähten? Nichts.
Was wäre eigentlich los, wenn ähnliche Abhörlisten der russischen Dienste auftauchen würden?
Wer vor fünf oder sechs Jahren behauptet hätte, dass die NSA mindestens 145 Spähziele in der Bundesregierung hatte oder hat, wäre ausgelacht worden, auch von Politikern, die sich angeblich auskennen. Er wäre als Spinner, als Wichtigtuer bezeichnet worden. Dann kamen die Enthüllungen von Edward Snowden; und dank Wikileaks wird die Realität greifbar. Erstmals tauchen Listen und Abhörprotokolle auf. Kaum jemand war dem amerikanischen Dienst zu gering, um nicht abgehört zu werden.
Am Verblüffendsten an diesem eigentlich ungeheuerlichen Vorgang ist die Reaktion der Abgehörten. In Hintergrundgesprächen weisen sie darauf hin, dass sie das immer schon gewusst hätten: Keine Überraschung sei das, heißt es. Viel interessanter sei die Beantwortung der Frage, wer sonst noch die Regierung abhöre oder abgehört habe. Ansonsten: neues Thema.
Quelle: Hans Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung
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