SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Glück, nicht Talent macht erfolgreich und reich

Veröffentlicht am 26.03.2018 in Allgemein

Mit einem Simulationsmodell wollen Wissenschaftler quantitativ gezeigt haben, dass nicht die Kompetentesten am meisten Erfolg haben, wie eine “naive Meritokratie” propagiert, sondern Mittelmäßige mit Glück

Es sind die Reichen vornehmlich, die glauben, dass sie ihren Erfolg sich selbst zuschreiben zu können. Das wird auch als Ideologie vertreten, um die Kluft zwischen Arm und Reich zu rechtfertigen. Wer reich geworden ist, verdankt dies seinem Können, seinem Wissen, einer Intelligenz, seiner Risikobereitschaft oder welchen persönlichen Eigenschaften auch, möglicherweise auch einem bisschen Glück, das aber unbedeutend ist. Wir wissen zwar auch, dass wirtschaftlicher Erfolg oft auf Erbschaft und Vernetzung beruht und dass das Versprechen, vom Tellerwäscher zum Millionär, heute Milliardär zu werden, nicht sehr viel größer ist, als im Lotto zu gewinnen.
Italienische Wissenschaftler von der Universität von Catania haben sich einmal angeschaut und rekonstruiert, was Talent oder Glück zum Erfolg beiträgt. Zusammen mit einem Ökonomen haben die zwei Physiker schon einmal einen Anfangsverdacht geäußert. Intelligenz oder Talent sind in der Gesellschaft normalverteilt, Reichtum aber nach einer Pareto-Verteilung, d.h. es gibt eine einseitige Verteilung von vielen “Armen” und wenig “Reichen”. Eine solche Diskrepanz, so die Wissenschaftler in ihrer noch nicht in einer Wissenschaftspublikation mit Peer Review veröffentlichten Studie, zwischen einer Normalverteilung und einer Pareto-Verteilung sei ein Zeichen, dass “hinter der Bühne etwas Verborgenes geschieht”. Sie verweisen dabei auf den letzten Oxfam-Bericht, nach dem 8 Menschen so viel besitzen wie die 3,6 Milliarden am unteren Ende.
Quelle: Telepolis

 

Anmerkung Lutz Hausstein: Eine Bestätigung dessen, was schon Per Molander in seinem Buch “Die Anatomie der Ungleichheit” (Rezension hier, Interview mit Per Molander hier) analysiert, dargelegt und begründet hat. Ungleichheit, also Reichtum und Armut, entsteht nicht, weil ein paar Menschen ganz besonders intelligent oder unglaublich fleißig sind, sondern aufgrund ganz trivialer Sachverhalte: Zufall und Erbschaft.

 

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