SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Die Illusion des Fachkräftemangels

Veröffentlicht am 03.08.2010 in Arbeit & Wirtschaft

Die Industrie klagt über Fachkräftemangel – und Wirtschaftsminister Brüderle fordert prompt mehr Zuwanderung. Er vergisst: Zehntausende hochqualifizierte Einwanderer fristen hier bereits ein Dasein als Niedriglöhner, weil ihre Abschlüsse und Berufspraxis nicht anerkannt werden. Ihr Potential gilt es zu heben.

Mit Einwanderungspolitik nach Konjunkturlage hat die Bundesrepublik seit den sechziger Jahren schlechte Erfahrungen gesammelt. Damals waren vor allem billige ungelernte Kräfte gefragt. Sie kamen aus Südeuropa und aus Anatolien – und blieben, als die Wirtschaft sie nicht mehr brauchte.
Was den nun absehbaren Mangel an Fachkräften betrifft, so hat die Politik schon gehandelt. Zu Beginn des vergangenen Jahres wurden die Hürden für die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland beträchtlich gesenkt. Vom nächsten Jahr an gilt auch bei uns die vollständige EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit.
Woran es noch immer hapert, das sind wirksame Maßnahmen zur Hebung des Fachkräftepotentials, das schon eingewandert ist. Zehntausende Hochqualifizierte fristen bei uns ein Dasein als Niedriglöhner oder Sozialhilfeempfänger, weil weder ihre im Ausland erworbenen Abschlüsse noch langjährige Berufspraxis anerkannt werden.
Quelle: FAZ

Anmerkung WL: Der Autor hat Recht, wenn er darauf hinweist, dass es bei uns zehntausende Hochqualifizierte gibt, die ihr Dasein als Niedriglöhner fristen, nicht nur Eingewanderte sondern auch Einheimische. Was bei dieser Debatte um die Anwerbung von ausländischen Fachkräfte übersehen wird, ist, dass es vor allem auch darum geht, die Reservearmee an Arbeitskräften aufrechtzuerhalten um auch künftig auf dem Arbeitsmarkt die Löhne senken zu können.

 

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