Fette Schlagzeilen, dünne Storys, Skandale, die keine sind: Die “Bild”-Zeitung ist wieder ganz das alte Krawallblatt. Im Kampf gegen die sinkende Auflage seien dem “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt anscheinend viele Dinge egal, kritisiert Peter Zudeick.
(…) Julian Reichelt – eine Krawallschachtel, egal bei welchem Thema
Die Zeiten haben sich besonders seit dem März dieses Jahres geändert, als Julian Reichelt Chefredakteur der “Bild” wurde. Er trug vorher schon als Vorsitzender der Chefredaktionen die redaktionelle Gesamtverantwortung für “Bild”, also für die Print- und die Online-Ausgabe. Mit ihm als direktem Chef der Printausgabe aber sollte “Bild” wieder zu einem richtigen Kampfblatt werden. Den Auftrag erfüllt Reichelt perfekt
(…) Gegen die sinkende Auflage hilft kein Gebrüll
Was mit dem wiederentdeckten Kampfmodus erreicht werden soll, liegt auf der Hand: “Bild” ist seit vielen Jahren der größte Verlierer beim rasanten Auflagen-Verlust aller deutschen Tageszeitungen. Aktuell werden weniger als 1,5 Millionen Zeitungen pro Tag verkauft, in den guten Zeiten waren es mal fünf Millionen. Daneben stehen gut 21 Millionen Einzelnutzer von Bild.de pro Monat. Eine Größe, die mit Zeitungslesern oder gar Abonnenten nur schwer zu verrechnen ist.
“Was ‘Bild’ an Auflage verloren hat, macht Reichelt durch Gebrüll wieder wett”, schreibt der “Spiegel”. Das mag man so sehen. Aber die Auflage geht weiter runter, und wenn sich der Trend fortsetzt, dürfte “Bild” bald weniger als eine Million Zeitungen am Tag verkaufen. Das war zuletzt 1953 der Fall. Da kann Reichelt brüllen, wie er will.
Quelle: Deutschlandfun