Den Bank-Oligarchen ist es weitestgehend gelungen, die Bedingungen für ihre eigene Rettung zu diktieren. Nicht genug, dass bis heute keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden sei - die Hauptverursacher der Krise seien vielmehr schon wieder die Gewinner.
Die Fehlentwicklungen in der globalen Finanzwelt habe einer kleinen Clique aus den Führungsetagen von rund 15 Finanzkonzernen eine Macht in die Hände gespielt, die sich jeder demokratischen Kontrolle entziehe.
Eine Mitschuld an der Krise weist Schumann den Notenbanken zu. Immer wenn der Prozess aus Kapitalanlage, Renditezuwachs und erneuter Kapitalanlage ins Stocken geriet, machte die US-Notenbank das Geld billig. Die Geldmenge erhöhte sich explosionsartig - landete aber nicht bei Hinz und Kunz, sondern nur bei den Vermögensverwaltern. Da die Anlagemöglichkeiten in der realen Wirtschaft fehlten, begann der Einstieg in die Verbriefung von Hypotheken und vieles mehr. Es entstand die Stimmung für eine Art organisierten Betrugs – mit Rating-Agenturen als willige Helfer.
Und die Akteure wussten laut Schumann, was sie tun. Die drei großen Finanzinstitute, die die meisten der faulen Subprime-Papiere in Umlauf brachten – JP Morgan, Goldman Sachs und die Deutsche Bank – haben ab Dezember 2006 auf den Fall eben dieser Papiere gewettet, die sie zuvor ihren Kunden verkauft hatten.
Quelle: Tagesspiegel