SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

Sozial. Engagiert. Für unsere Gemeinde.

Die Logik der Mafia

Veröffentlicht am 26.01.2010 in Allgemein

Bei der Finanzwelt muss man sich fragen, welches Gemeinwohlverständnis dahinterliegt, wenn man Geld ausgibt, das man nicht hat; Kredite aufnimmt, bei denen völlig offen ist, ob sie jemals zurückgezahlt werden können oder wo Kreditwürdigkeit durch Bilanzmanipulationen beeinflussbar ist. Die Finanzwirtschaft hat sich ihre eigenen, aus meiner Sicht, unsozialen Gesetzmäßigkeiten zugelegt. Im schlimmsten Fall bilden sich auf diese Weise Strukturen organisierter Kriminalität.

Beim vorherrschenden Charakterbild in diesem Milieu bin ich für eine sinnliche Erlebbarkeit durch den Verlust von Geld. Was wirklich wehtut, ist der Bereich der zivilrechtlichen Schadenersatzansprüche. Wir reden hier von Millionen, die bei strafrechtlichen Verfahren nicht so ohne Weiteres erzielbar sind. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, dass ich für Fehler, die ich mache und die einen Vermögensschaden nach sich ziehen, einstehen und haften muss. Egal, ob ich jetzt Straßenbahnfahrer bin oder in sonst einem Beruf. Das sind Wirtschaftsbosse ab einem gewissen Niveau aber nicht mehr gewöhnt.
Es gibt strukturelle Probleme, klar, aber kein System funktioniert ohne den Menschen. Es herrscht aber eine Distanzierungskultur, die ja fast schon schizophrene Züge trägt. Alles wird zum Systemvollzug, ist quasi göttlicher Wille. Diese Art von Dummheit, Hybris oder mangelnder Sensibilität löst aber sicher keine Probleme.
Quelle: Kurier (AU)

 

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