SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Versicherte sollen hundert Euro Zusatzbeitrag zahlen

Veröffentlicht am 23.01.2010 in Gesundheit

Rund ein Dutzend Krankenkassen werden wohl schon bald Zusatzbeiträge erheben - in Höhe von fast hundert Euro pro Jahr, darunter auch die DAK. Mittelfristig droht allen gesetzlich Versicherten eine Erhöhung. Auch weil die Regierung lieber auf Klientel- als Sparpolitik setzt …

Rund ein Dutzend Krankenkassen werden wohl schon bald Zusatzbeiträge erheben - in Höhe von fast hundert Euro pro Jahr, darunter auch die DAK. Mittelfristig droht allen gesetzlich Versicherten eine Erhöhung. Auch weil die Regierung lieber auf Klientel- als Sparpolitik setzt …
Dass es mittelfristig bei den acht Euro bleibt, ist unwahrscheinlich. Das liegt nicht nur daran, dass die Kosten im Gesundheitswesen allein aufgrund der fortschreitenden Forschung steigen; die medizinische Inflation liegt bei rund vier Prozent pro Jahr. Mindestens genauso wichtig für den bevorstehenden Kostenanstieg ist die Tatsache, dass die schwarz-gelbe Koalition bisher vor allem Reformen plant, die zu einem drastischen Ausgabenplus führen dürften.
So setzen Union und FDP im geradezu sozialistisch organisierten Medikamentenhandel auf mehr Regulierung statt Liberalisierung: Zugunsten der FDP-freundlichen Apotheker soll der Versandhandel über Drogerien und Supermärkte abgeschafft werden. Den Ärzten, überwiegend Anhänger der Liberalen, hat FDP-Gesundheitsminister Philipp Rösler höhere Honorare versprochen.
Außerdem sollen die Rabattverträge überprüft werden, die die Krankenkassen mit den Pharmaherstellern abgeschlossen haben und die zu Millioneneinsparungen führen. Der Pharmaindustrie kommt es zudem sehr gelegen, dass Peter Sawicki, oberster Medikamentenprüfer der Republik, vor der Ablösung steht. Ein industriefreundlicher Nachfolger, der bei Arzneien nicht so genau auf Kosten und Wirkung gucken würde, käme den Herstellern sehr gelegen.
Apotheker, Ärzte und Pharmaindustrie - an diese Gruppen hat die Koalition also bereits gedacht. Die Versicherten werden die schwarz-gelbe Politik dagegen wohl vor allem durch steigende Beiträge zu spüren bekommen. Da unterscheidet sich die neue Regierung nicht von der alten.
Vielmehr liegt Kritikern zufolge der Verdacht nahe, dass der Bundesregierung die Einführung der Zusatzbeiträge und ihr rascher Anstieg nicht mal unrecht sind - handelt es sich doch um eine kleine Kopfpauschale. Und darauf will sie das System ohnehin umstellen.
Quelle: SPIEGEL

Anmerkung JA/AM: “Bürokratieabbau”, “mehr Netto vom Brutto”, “keine Klientelpolitik” - alles hohles Gerede. Kopfpauschale, das war eines der Markenzeichen des Leipziger Parteitags der CDU. Davon soll die „sozialdemokratisierte“ Angela Merkel nach Meinung einiger Meinungsmacher weit weg sein. Siehe dazu hier. Weit gefehlt, wie man an der praktischen Politik heute täglich sehen kann.

 

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