Zehn Millionen Euro AntrittsprämieNein - wir sollten uns nicht über die Gier von Managern erregen, sondern über ein System, das so etwas für normal hält.
Fordern Sie doch bei Gelegenheit von Ihrem Chef eine Antrittsprämie in Höhe von ... Euro - was würde wohl passieren?
Lukrativer Kurzzeit-Job: Nach SPIEGEL-Informationen erhielt Claassen eine sogenannte Antrittsprämie von knapp zehn Millionen Euro brutto. Nach 74 Tagen jedoch verließ er das Unternehmen und strebt nun an, diese Antrittsprämie trotz seines abrupten Abgangs behalten zu können.
In seinem Fünfjahresvertrag ließ sich Claassen ein monatliches Fixgehalt von 100.000 Euro sowie 40 Tage Jahresurlaub festschreiben. Laut diesem Vertrag durfte er im Umfang von bis zu 25 Prozent Nebentätigkeiten ausüben und im Rahmen dieser Nebentätigkeiten weiterhin entgeltlich für Finanzinvestoren tätig sein.
Selbst eine pauschale Erstattung für einen Chauffeur und einen Bodyguard ist festgeschrieben. Schließlich ließ sich Claassen zusichern, dass er seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender nicht überwiegend am Geschäftssitz in Erlangen ausüben musste. Er hatte einen Anspruch auf ein “Residence-Office” mit Sekretärin an seinem Wohnort in Norddeutschland. Entsprechend selten war er in seiner kurzen Amtszeit persönlich in Erlangen.
Quelle: Spiegel Online
Nur nebenbei: Claassen hat in einer außergerichtlichen Einigung von seinem früheren Arbeitgeber, der Energie Baden-Württemberg (EnBW) bei seinem nicht ganz freiwilligen Ausscheiden 2009 schon 2,5 Millionen Euro Abfindung erhalten.