Die Schweiz und die USA haben das Fatca-Abkommen paraphiert. Schweizer Institute sollen ab 2014 Informationen über US-Kunden an die amerikanische Steuerbehörde liefern.
Die Schweiz und die USA haben das Fatca-Abkommen paraphiert. Schweizer Institute sollen ab 2014 Informationen über US-Kunden an die amerikanische Steuerbehörde liefern.
Mit dem Foreign Account Tax Compliance Act (Fatca) binden die Amerikaner weltweit Finanzinstitute in den Kampf gegen die Steuerhinterziehung ein. Diese müssen Informationen über amerikanische Kunden an die amerikanische Steuerbehörde IRS liefern. Die Amerikaner externalisieren damit die Jagd nach Steuersündern auf Dritte. Sie können sich dies nur angesichts des weltweit grössten Kapitalmarktes leisten, an dem Investoren kaum vorbeikommen. In der ursprünglichen Fatca-Version droht nicht kooperierenden Instituten und Kunden eine Quellensteuer auf Erlösen aus amerikanischen Wertschriften von 30%. Am Montag haben die USA und die Schweiz nun einen Vertrag paraphiert, der eine vereinfachte Umsetzung erlaubt.
Quelle: NZZ
Anmerkung Orlando Pascheit: Es ist schon merkwürdig, spricht man mit Schweizern oder auch manch Liberalem hierzulande über das deutsch-schweizerische Steuerabkommen, so wird viel über die Freiheit der Bürger und die Zumutungen des Staates geredet. Und natürlich ist Steuerhinterziehung unser Problem, weil wir es zulassen, dass der Staat so hohe Steuersätze verordnet. Hinsichtlich der USA konstatiert die NZZ einfach, dass man es sich nicht leisten könnte, vom weltweit größten Kapitalmarkt ausgeschlossen zu sein. Details zum Ergebnis der Verhandlungen sind bisher nicht bekannt, der Text des Abkommens wird nicht vor der Unterzeichnung veröffentlicht. Sicher dürfte aber sein, dass die USA die Androhung einer prohibitiven Quellensteuer und damit den faktischen Ausschluss vom US-Markt für nicht kooperierende Instituten und Kunden beibehalten wird. – Darf man angesichts solcher Abkommen nicht einmal fragen, was den deutschen Finanzminister umtreibt, für uns ein im Verhältnis zu den USA so mieses Abkommen auszuhandeln? Auch er dürfte inzwischen wissen, dass die Credit Suisse, die UBS und andere Schweizer Banken Steuerpflichtige jahrelang darin unterstützt haben, ihr Vermögen mit Hilfe von auf Offshore-Zentren angesiedelten Trusts und anderen Firmenkonstruktionen vor dem Fiskus zu verbergen. Und wenn er meint, der deutsche Markt sei nicht groß genug, um über diesen Druck auf die Schweiz auszuüben, so sollte er sich endlich für eine weiterreichende europäische Lösung stark machen, für die die EU-Kommission schon längst plädiert.
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