Obwohl beim Waffensystem “Starfighter” beim Kauf bereits Zweifel an der Sicherheit bestanden, wurde er gekauft. Und trotz der Unfälle wurde nicht gehandelt – es wurde den Piloten die Schuld zugeschoben. Und: Wie heute bei Asse oder Afghanistan werden die entsprechenden Informationen von der Regierung zurückgehalten! Eine Mischung aus Begeisterung und finanzieller Abhängigkeit wird genutzt, um die Piloten zum Fliegen zu bewegen – koste es was es wolle – für viele das Leben.
Ein Trost: Die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht. Doch wird sie für viele – vielleicht auch für uns alle – zu spät ans Licht kommen.
Starfighter – Mit Hightech in den Tod
Filmemacher Kai Christiansen schildert die Hintergründe des größten und teuersten Rüstungsprojektes in der Geschichte der Bundesrepublik und gewährt Einblick in ein Dickicht aus militärischen Geheimnissen, parteipolitischen Ränkespielen, aus Korruption und gezielten Fehlinformationen. Im Mittelpunkt steht der verzweifelte Kampf der Pilotenwitwen um Klärung der Unfallursache und die Hoffnung auf ein Ende der Absturzserie. Der Dokumentarfilm zeigt aber auch die Piloten, die – ungeachtet der Todesfälle – weiter jeden Tag mit glühender Begeisterung in ihre Maschinen stiegen. Denn trotz des offensichtlichen Scheiterns hielten die verantwortlichen Politiker und Militärs am Starfighter fest und verhinderten eine umfassende Aufklärung. In San Francisco klagten die deutschen Pilotenwitwen gegen den amerikanischen Flugzeughersteller Lockheed. Aber als klar wurde, dass die Bundesregierung keinen Einblick in ihre Akten gewähren würde, schloss der amerikanische Staranwalt Melvin Belli einen Vergleich. Insgesamt musste Lockheed den Witwen sechs Millionen Mark bezahlen – so viel wie ein Starfighter kostete.
Arte, 87 min.
13.04.2010 um 10:50
17.04.2010 um 16:20
Quelle: Arte