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Staatsgelder fließen an Aktionäre

Veröffentlicht am 31.10.2008 in Wirtschaft

700 Mrd. $ lässt sich die US-Regierung die Rettung der Finanzbranche kosten. Und dann schütten die Institute einen Großteil des Geldes an die eigenen Aktionäre aus. Für viele Kritiker ist es ein großer Skandal - die Politik schäumt. Das US-Finanzministerium weist die Kritik zurück. “Wir haben die Bedingungen, zu denen die Banken Geld aus dem Rettungspaket erhalten, bewusst attraktiv gestalten. Damit wollten wir eine breite Teilnahme sicherstellen”, sagte eine Sprecherin auf Anfrage

Zuerst die Boni, jetzt die Dividenden, eindeutiger konnte man das Zusammenspiel von Managern und Aktionären auf Kosten der Unternehmen und der Volkswirtschaft noch nie beobachten. Der klassische Unternehmer würde im Grab rotieren.

Siehe dazu auch:

Großbanken wollen Staatsgeld horten
Mit 700 Milliarden Dollar hat die US-Regierung Banken vor der Pleite bewahrt. Doch die Institute reichen das Geld weiter - an ihre eigenen Aktionäre.

Die Bank of New York Mellon etwa bekam zu Wochenbeginn drei Milliarden Dollar vom Staat. Seinen Aktionären will das Institut in diesem Quartal 275 Millionen Dollar auszahlen, in drei Jahren ergibt sich daraus eine Summe von 3,3 Milliarden Dollar. Die Rechtfertigung der Banken: Die Dividenden werden aus den laufenden Gewinnen gezahlt, nicht aus den Überweisungen der Regierung. Kritiker halten dagegen: Kapital ist Kapital. Würden die Gewinne nicht ausgeschüttet, wäre mehr Geld für Kredite vorhanden, der Impuls für die Konjunktur wäre größer.

Die Dividendenzahlungen sind nicht die einzige Schwachstelle des Rettungsprogramms. Großbanken wollen das Staatsgeld offenbar horten, um zu einem günstigen Zeitpunkt kleine Konkurrenten zu kaufen. Die New York Times berichtet von einer Telefonkonferenz bei JP Morgan Chase, in der ein führender Manager eine solche Strategie vorgibt.

Und schließlich ist da noch das Reizthema Gehälter. Schätzungen zufolge sollen in den kommenden Wochen an der Wall Street Bonuszahlungen von knapp 70 Milliarden Dollar fließen, obwohl die Banker ihre Institute in den Ruin gewirtschaftet hätten, wäre der Staat nicht eingesprungen. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo hat bereits die Gehaltslisten eingefordert. Lohnexzesse bei unterkapitalisierten Instituten untergraben ihm zufolge die Wirtschaftsmoral - und verstoßen gegen das Gesetz.
Quelle: SZ

Anmerkung K.F.: Ein Skandal ersten Ranges. Das Geld der Steuerzahler wird komplett an die Aktionäre ausgeschüttet.

Anmerkung WL: Ist doch eigentlich nur systemlogisch. Die Verluste wurden sozialisiert, da gibt es doch keinen Grund, die Gewinne nicht wieder zu kassieren.

 

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