Lidl wünscht sich was: einen Mindestlohn von 10 Euro für alle Branchen in Deutschland. In Deutschland arbeiten viel zu viele Menschen für zu wenig Geld, viele müssen “aufstocken”, um auf ein Existenzminimum zu kommen. Gleichzeitig gibt es hierzulande keinen gesetzlichen Mindestlohn – im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern.
Neue Daten zu Zweitjobbern illustrierten diese Woche die Misere: Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa ergänzen 15 Prozent der Erwerbstätigen ihren Hauptberuf durch eine weitere Tätigkeit, um am Monatsende finanziell besser dazustehen. Vor zwei Jahren hatte der Anteil der Erwerbstätigen mit Zweitjob lediglich 3,7 Prozent betragen. Dass der Einzelhandelsverband HDE Kisseberths Forderung “unrealistisch” findet, war zu erwarten. Arbeitgeber sind ja nie freiwillig allzu spendabel, wenn es um die Löhne ihrer Beschäftigten geht. Die geforderten 10 Euro liegen nur knapp unter dem höchsten Mindestlohn-Niveau, das es in der EU gibt, dem Luxemburgs. Noch ein Indiz, dass die Forderung des Lidl-Managers durchaus realistisch ist. Oder sollte sich Deutschland an Rumänien oder der Ukraine orientieren?
Quelle: FTD