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Leben in der Schuldenkrise: Griechische Pein

Veröffentlicht am 08.08.2010 in Europa

Das Sparprogramm, das die Regierung Papandreou im Auftrag der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF der Gesellschaft zumutet, trifft die Ärmeren am härtesten. Doch der Sparzwang ist längst auch in der Mittelschicht angekommen.

Sorgenfreier Urlaub in Griechenland war gestern: Auch Anfang August ist die Krise allgegenwärtig, wenn sich die meisten Griechen zehn, zwölf Tage Sommerferien gönnen. Oder auch nur eine Woche – denn viele Familien können sich ein Hotel nicht länger leisten. Und wenn sie ein Ferienhaus haben, wird häufiger zu Hause gegessen und seltener in der Taverne, wie es eigentlich zum griechischen Urlaubsstandard gehört. Im Durchschnitt müssen die Beschäftigten im privaten wie im öffentlichen Sektor einen realen Einkommensverlust von 20 Prozent gegenüber dem letzten Sommer hinnehmen.
das Sparprogramm wird zwar von einer großen Mehrheit der Bevölkerung als ungerecht empfunden, zugleich aber als unvermeidlich hingenommen. Sogar Aktionen wie der Streik der Lastwagenfahrer werden von vielen Griechen zunehmend kritisch gesehen: als Sumpfblüten jenes Klientelstaats, der für die Misere ihres Landes verantwortlich ist. Allerdings droht zugleich etwas, das für die Regierung genauso gefährlich werden kann wie Massenproteste: Allgemeine Empörung kann in Griechenland rasch in Apathie umschlagen. Das wäre fatal. Denn der Aufbruch, zu dem die Reformen animieren sollen, ist mit resignierten Bürgern nicht zu schaffen. Kein gutes Zeichen daher, dass sich die Zahl derjenigen, die aus Protest nicht mehr zur Urne gehen oder ungültig stimmen wollen, seit Oktober 2009 von acht auf über 30 Prozent erhöht hat.
Quelle: FTD

Anmerkung Orlando Pascheit: Hinzuzufügen wäre, dass die Konjunktur unter dem Sparkurs leidet und die Wirtschaftsleistung weiterhin abnimmt. Woher Wachstumsimpulse kommen sollen, um steht in den Sternen. Griechenland hat im ersten Halbjahr das Haushaltsdefizit um 46 Prozent reduziert und IWF, EZB und EU sind voll des Lobes. Bleibt abzuwarten, wie groß der Wirtschaftseinbruch Ende des Jahres ausfällt.

 

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