Jahrelange Flexibilisierung und doch kaum Mobilität – Eine aktuelle Studie diagnostiziert strukturelle Fehler der deutschen Reformpolitik.
Jahrelange Flexibilisierung und doch kaum Mobilität – Eine aktuelle Studie diagnostiziert strukturelle Fehler der deutschen Reformpolitik.
Trotz tiefgreifender Probleme im Euroraum und nachwirkender Wirtschafts- und Finanzkrise scheint das “deutsche Jobwunder”, das sich dutzendfach durch die Gazetten schlängelt, nicht gefährdet zu sein…
Wer nur die Zahlen betrachtet, muss davon ausgehen, dass sich die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Begeisterung gar nicht zu halten wissen…
Die Entwicklung der letzten Jahre hat allerdings auch Phänomene hervorgebracht, mit denen sich die Elterngeneration der heutigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer noch nicht oder nur am Rande beschäftigen musste. Der Anteil der befristeten Neueinstellungen ist ebenso gestiegen wie die Zahl der Zeitarbeitsverhältnisse. Der Billiglohnsektor boomt, und die Lohnspreizung ist in neue Dimensionen vorgestoßen.
Gleichzeitig steigt die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, dem zudem immer wenige Deutsche positive Seiten abgewinnen können. Was nicht nur an der Entwicklung der Lohnpolitik liegt, die auch in der aktuellsten, den Anstieg der Verbraucherpreise einbeziehenden Betrachtung wenig Anlass bietet, auf eine nachhaltige Stärkung der Binnennachfrage zu hoffen. “Seit Mitte der 1980er Jahre nimmt die Arbeitszufriedenheit von Beschäftigten in Deutschland in einem langfristigen Trend ab”, heißt es in einer 2011 veröffentlichen Untersuchung des IAQ…
In der Summe haben die Reformen und die Art der Krisenbewältigung die Position der Beschäftigten in Deutschland keineswegs verbessert. Für viele Arbeitsplätze im “Job-Wunderland” muss ein hoher Preis gezahlt werden…
Quelle: Telepolis
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