Die Deutschen setzen auf Export – und machen mit dem Ausland glänzende Geschäfte. Egoistisch und katastrophal, schimpfen die Nachbarn der Euro-Zone.
Frankreich hat sich über die Exportstärke der deutschen Wirtschaft mokiert.
Berlin müsse die heimische Nachfrage stärken, forderte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde
in einem Interview mit der „Financial Times“ vom Montag. Der große Handelsüberschuss durch Geschäfte mit dem Ausland gefährde die Wettbewerbsfähigkeit anderer Staaten der Euro-Zone.
Die Position wird einem Zeitungsbericht zufolge von wirtschaftlich schwachen EU-Staaten unterstützt, die in der Gemeinschaft auf Einschränkungen der deutschen Wettbewerbsvorteile drängen. Deutschland werde „von einigen Akteuren vorgeworfen, mit seinem exportorientierten Wirtschaftsmodell sein Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer“ Euro-Staaten zu erreichen.
Quelle: Focus
Anmerkung: Diese Kritik an der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik, die nun ganz offen von der französischen Finanzministerin geäußert wird, üben wir schon seit Jahren.
Es musste soweit kommen, dass Deutschland nicht nur bei unserem Nachbarland, sondern in der gesamten europäischen Gemeinschaft, aber auch etwa gegenüber den USA, in die Rolle des wirtschaftspolitischen „Schmarotzers“ gerät. Das gilt nicht nur für die politische Ebene, sondern auch für das Ansehen der Deutschen in der Bevölkerung. Wer Ohren hat zu hören, der kann bei unseren Nachbarn eine zunehmende Aggressivität auf die deutschen „Weltmeister“ spüren.