Die Regierungsberaterin Citha Maaß meint, dass es für die Deutschen in Afghanistan nichts mehr zu tun gibt, weder militärisch noch zivil: “Das fängt schon beim Gouverneur von Kundus, Mohammed Omar, an, einer zwielichtigen Gestalt, die im Ruf steht, vollkommen korrupt zu sein".
Mit ihm und seinen Leuten dürfte die Bundeswehr eigentlich gar nicht mehr zusammenarbeiten. Omar ist schon auffällig lange im Amt. Er ist im Netzwerk des paschtunischen, islamistischen Hardliners und Kriegsverbrechers Sajaf, hält aber auch Kontakt zu den Milizen des gesuchten Warlords Gulbuddin Hekmatjar. … Die Deutschen waren schon seit 2004, seit der Gründung des deutschen Provincial Reconstruction Teams, des Stützpunkts in Kundus, auf den Schutz der lokalen Machthaber angewiesen, insbesondere von General Daud …Seit 2006 wagt sich die Bundeswehr nur noch gepanzert aus dem Lager und hat nur noch wenig Kontakt zur Bevölkerung. Gleichzeitig hat die Kabuler Regierung darin versagt, den Leuten Vertrauen einzuflößen. Die Menschen sind jetzt frustriert, die Stimmung hat sich stark verschlechtert. Ich glaube, es ist richtig, wenn die Bundeswehr nächstes Jahr mit dem Abzug beginnt. … ich bin dagegen, dass die zivile Hilfe derart hochgefahren wird. Wir haben längst das Problem, dass die Mittel nicht mehr gesteuert, sondern in die falschen Taschen abfließen und die Korruption eher noch verstärken.“
Quelle: taz