SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Bernd Raffelhüschen : “Griechenland ist hier”

Veröffentlicht am 18.12.2011 in Bundespolitik

Bis 2050 sollen sich die staatlichen Ausgaben für Pensionen und Gesundheit von Beamten auf satte 1,36 Billionen Euro summieren – das hat zumindest der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen errechnet. Quelle: Süddeutsche Zeitung

Grund für die “hoffnungslose Überschuldung” seien staatliche Fehler in der Vergangenheit. [...]
Er heißt Bernd Raffelhüschen, lehrt an der Uni Freiburg, ist Chef des “Forschungszentrums Generationenverträge” und hat eine Studie für den Bund der Steuerzahler erstellt. Und danach sind die meisten Länder eigentlich längst ein Fall für das Insolvenzgericht. “Sie müssen nicht nach Griechenland gehen, um Griechenland zu treffen. Griechenland ist hier”, ruft der Professor. [...]

Anmerkung JB: Da liefert uns die SZ mal wieder ein prächtiges Beispiel für das Totalversagen der Medien. Wie so oft wird auf hier an keiner Stelle auf die Lobbytätigkeiten und Interessenkonflikte Raffelhüschens hingewiesen. Er wird nicht als „Lobbyist der Versicherungswirtschaft“, sondern als „Rentenexperte“ eingeführt. Das hat in unseren Medien jedoch bereits traurige Tradition. Auch der Lobbyverband „Bund der Steuerzahler“ wird wieder einmal als vermeintlich neutrale Interessenvertretung vorgestellt. Zu Raffelhüschens Milchmädchenrechnung und dem komplett abstrusen Vergleich mit Griechenland kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln. 1,36 Billionen – das hört sich gewaltig an. Wenn man allerdings nur einmal überschlägt, dass der Staat (ohne Inflation und Wachstum!) bis zum Jahr 2050 rund 21 Billionen Euro (mit einem realistischen Steigerungsfaktor von 3% p.a. wären das sogar 42 Billionen Euro) an Steuern einnehmen wird, relativiert sich diese Zahl. Würde die SZ auch titeln: „El Dorado ist hier – bis 2050 sollen sich die staatlichen Einnahmen auf satte 42 Billionen Euro summieren“ – wohl kaum. Wahrscheinlich würde ein Lobbyist vom Schlage Raffelhüschens diese Summe auch nicht als Barwert dieser „nicht sichtbaren heimlichen Forderungen des Staates“ bezeichnen. Man sollte Bernd Raffelhüschen ganz einfach ignorieren, seine „Studien“ sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

 

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