Während die Vermögen der Reichen wachsen, können viele Deutsche kaum genug Geld fürs Alter zurücklegen. Die Frage drängt sich auf, denn in Deutschland wächst die Ungleichheit. Reiche haben immer mehr Vermögen, und sie erzielen auch immer höhere Einkommen.
DIW-Chef Marcel Fratzscher, der gerade ein Buch über den neuen Verteilungskampf veröffentlicht hat, sagt: „Wer unten ist, bleibt unten.“ (…)
Markus Grabka ist sicher: „Altersarmut wird das nächste dringende sozialpolitische Problem. Wir haben einen Niedriglohnsektor und immer mehr Arbeitnehmer mit Lücken im Lebenslauf.“ Zugleich sinke das Niveau der gesetzlichen Rente insgesamt. Die Folge: „In Zukunft werden vermutlich mehr Rentner Grundsicherung beziehen.“
Quelle: Zeit Online
Anmerkung Christian Reimann: Und die Bevölkerungsmehrheit – also die Arbeitnehmerschaft – soll allen Ernstes glauben, dass drohende Altersarmut vor Einführung des Niedriglohnsektors nicht vorhersehbar gewesen sei? 2005 in Davos hatte Gerhard Schröder als Bundeskanzler sich noch gelobt:
„Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt. (…) Wir haben einen funktionierenden Niedriglohnsektor aufgebaut, und wir haben bei der Unterstützungszahlung Anreize dafür, Arbeit aufzunehmen, sehr stark in den Vordergrund gestellt.“
Dabei ist es eigentlich eine Binsenweisheit: Wer in Berufsjahren ein geringes Einkommen hat, wird im Rentenalter lediglich über eine geringe Rente verfügen.