Ein Zufallsfund aus dem Jahre 2005, in dem über eine Studie des arbeitgebernahen IW Köln berichtet wird. Zitat:
Als Vorbild dient den IW-Ökonomen Irland: “Die Iren kommen mit halb soviel aus wie Deutschland – ihre Wirtschaft boomt seit Jahren”, heißt es.
Für das IW ist der direkte Zusammenhang von niedriger Sozialquote und hohem Wachstum erwiesen. Das geringere Sozialbudget führe dazu, daß die Personalzusatzkosten der Unternehmen, über die “viele soziale Extras” finanziert würden, deutlich niedriger seien als in den meisten anderen EU-Ländern. “Nicht zuletzt deshalb lag das irische Wirtschaftswachstum nach den schon legendären neunziger Jahren auch im Jahr 2003 um mehr als drei Prozentpunkte über dem Deutschlands”, schreiben die IW-Forscher. Kaufkraftbereinigt erhielt jeder Bundesbürger mit durchschnittlich 7300 Euro im Jahr etwa anderthalbmal soviel an Sozialleistungen wie ein Ire.
Heute, gerade mal 5 Jahre später, liegt Irland ökonomisch am Boden. Ich habe neulich erst wie folgt aus einem Bericht der New York Times zitiert:
Statt für ihre Anstrengungen Belohnung zu erhalten, werden die Iren bestraft. Der wirtschaftliche Einbruch verlief weitaus schärfer, als wenn die Regierung mehr Geld ausgegeben hätte, um die Menschen in Beschäftigung zu halten. Mangels Konjunkturstütze schrumpfte die irische Wirtschaft letztes Jahr um 7,1% und verharrt weiterhin in der Rezession.
Die Arbeitslosigkeit in dem 4,5 Millionen Einwohner-Land stieg auf über 13%, und die Zahl der Langzeitarbeitslosen (= alle, die länger 1 Jahr und länger ohne Job sind) hat sich mehr als verdoppelt, auf aktuell 5,3%.
Quelle: Weissgarnix