SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Medizin: „Die Klinik verkommt zum Marktplatz“

Veröffentlicht am 18.05.2010 in Gesundheit

Chefchirurg Reiner Gradinger übt scharfe Kritik an seiner Zunft. Entscheidungen über Eingriffe orientieren sich immer öfter mehr am Geld als an der medizinischen Notwendigkeit.
Das kommt dabei heraus, wenn Ärzte zu unternehmerischem Denken erzogen (und manchmal wohl auch gezwungen) werden.

„Wir leiden unter einer zunehmenden Kommerzialisierung der Medizin: Das heißt, es werden unnötige Eingriffe vorgenommen, weil sie Kliniken oder auch Praxen Geld bringen. Gleichzeitig werden notwendige Therapien nicht gemacht, weil sie zu teuer sind.
Meine Kritik richtet sich nicht gegen die Kollegen an sich, sondern gegen die falschen Anreize durch das Vergütungssystem. … Ich habe im Studium gelernt, dass jede Operation nur so gut ist wie ihre sogenannte Indikation. Das bedeutet, dass sie sinnvoll und notwendig sein muss, um den schlechten Zustand eines Patienten zu verbessern oder einer drohenden Verschlechterung vorzubeugen. Es ist deshalb ethisch nicht vertretbar, Operationen anzusetzen, für die es keine Indikation gibt. Denn jede Operation birgt potenzielle Risiken. Umgekehrt müssen wir uns immer das Ziel setzen, alles Sinnvolle und Machbare für Patienten zu tun.“
Quelle: FOCUS

 

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