SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Koch, Merkel und der Ort wirklicher Macht

Veröffentlicht am 26.05.2010 in Service

Die Frage bleibt: Was, außer erfolgreich bestandenen Machtkämpfen mit Machtrivalen hat Merkel vorzuweisen?
Koch geht dorthin geht, wo die wirkliche Macht über die Politik und über unsere Gesellschaft liegt. So wie das eben auch schon Merz, Schröder, Fischer, Clement und viele andere erkannt haben.

Man könnte es auch genau anders herum betrachten, nach Merz, Stoiber, Althaus, Schönbohm, Oettinger, Müller, Rüttgers ist nun auch noch Koch als potentieller Rivale der Kanzlerin weggefallen. Und Schäuble ist nur noch Minister von Merkels Gnaden.
Koch hat wohl wie Merz auf absehbare Zeit keine Chance mehr für eine weitere (bundes-)politische Karriere unter Merkel gesehen. Bleiben als mögliche Kontrahenten für Merkel nur noch Wulff und Seehofer und konservative Parvenüs wie Mappus (Baden-Württemberg) oder der mögliche Koch-Nachfolger Bouffier. Und natürlich der Shooting-Star zu Guttenberg. Der Rest ist „Ponyhof“, wie etwa Pofalla, Kauder, Gröhe, de Maiziere, Schröder oder gar Mißfelder, aber die wird die Stute schon wegbeißen.
Wenn die Kanzlerin seit einem Jahr von den Rückzugsplänen Kochs weiß, dann hat sie jedenfalls nichts unternommen, um ihn in der Politik zu halten. Die Frage bleibt: Was, außer erfolgreich bestandenen Machtkämpfen mit Machtrivalen hat Merkel vorzuweisen.
Man könnte Kochs Rückzug aber auch als die Kapitulation der neokonservativen Kräften vor dem Scheitern ihrer Konzepte sehen und als Zeichen ihrer Ratlosigkeit, wie der hinterlassene Scherbenhaufen wieder zu kitten wäre.
Koch ist ein Machtmensch, und man könnte in seinem erwartbaren Wechsel in die Wirtschaft auch einen Beleg dafür sehen, dass Koch dorthin geht, wo die wirkliche Macht über die Politik und über unsere Gesellschaft liegt. So wie das eben auch schon Merz, Schröder, Fischer, Clement und viele andere erkannt haben. Man kann aus der Wirtschaft die Politik bestimmen, ohne dass man der öffentlichen Kritik ausgesetzt ist, man hat viel weniger Stress, bekommt ein Vielfaches an Geld und keiner kümmert sich mehr darum, auf wessen Kosten man wo hinfliegt, in welchem Hotel man absteigt und wer den Dienstwagen finanziert etc..
Der politische Weg Kochs ist gepflastert mit rechtsdemagogischen Ausfällen: Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft, „jüdische Vermächtnisse“, Lügen bei der Finanzierung der hessischen CDU, ausländerfeindliche Kampagne mit der Jugendkriminalität – bis hin zur jüngsten Hetze gegen Hartz IV-Empfänger. All das verschafft ihm sogar noch positive öffentliche Würdigungen seiner politischen Leistungen und macht ihn gerade deshalb attraktiv für die Wirtschaft. Koch passt politisch gut zu den Henkels, den Hundts und zu den meisten anderen Wirtschaftsvertretern.

 

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