SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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??????Go West!-Die Entwickeltheit des Westens ist ein Mythos

Veröffentlicht am 23.01.2011 in Europa & Außen

Die Vor­stel­lung, dass der Wes­ten den Gip­fel mensch­li­cher und ge­sell­schaft­li­cher Ent­wick­lung ver­kör­pert, ist all­ge­mein ak­zep­tiert. Vom Wes­ten selbst und von den an­de­ren – der zwei­ten und drit­ten Welt, dem glo­ba­len Süden. Dabei ba­siert diese Vor­stel­lung gleich auf zwei Trug­schlüs­sen. Die Entwickeltheit des Westens ist ein Mythos

Das zeigt sich unter an­de­rem daran, dass der Wes­ten Deu­tungs­ho­heit dar­über hat, was gut und rich­tig für ein Land, eine Ge­sell­schaft, einen Staat oder eine Volks­wirt­schaft ist, und des­halb an­de­ren Län­dern in Form von IWF und Welt­bank Ent­wick­lungs­vor­ga­ben ma­chen darf, die wohl­wol­lend oder mit wenig Wi­der­stand ent­ge­gen ge­nom­men wer­den.

Das Kon­zept der Ent­wi­ckelt­heit des Wes­tens funk­tio­niert als Di­cho­to­mie – das Ge­gen­stück ist die an­geb­li­che Un­ter­ent­wi­ckelt­heit des Sü­dens. Dabei ba­siert diese Vor­stel­lung gleich auf zwei Trug­schlüs­sen. Ers­tens, dass der Wes­ten durch­weg so hoch­ent­wi­ckelt sei, wie man glaubt, und zwei­tens, dass der Süden diese Ent­wi­ckelt­heit gänz­lich ver­mis­sen ließe. Zur Probe braucht man nur ein­mal auf eu­ro­päi­sche und ame­ri­ka­ni­sche Län­der schau­en und sich dabei ver­ges­sen ma­chen, dass es sich um west­li­che Län­der han­delt. Dann be­kommt man schnell den Ein­druck, man würde auf Län­der der zwei­ten oder drit­ten Welt schau­en.

In einem Land zum Bei­spiel hört man re­gel­mä­ßig von Mor­den an Zi­vi­lis­ten und Be­am­ten (kein staat­li­ches Ge­walt­mo­no­pol) und der Schwarz­markt für Dro­gen, Bau­ge­wer­be und Ab­fall­wirt­schaft ist in Tei­len des Lan­des, be­son­ders im Süden, grö­ßer als die le­ga­le Wirt­schaft. Klingt nach Af­gha­nis­tan? Be­schrie­ben wurde Ita­li­en! – Ge­schicht­li­ches und kul­tu­rel­les Zen­trum Eu­ro­pas. In einem an­de­ren Land lebt die Hälf­te der Be­völ­ke­rung in Armut, igno­riert von der an­de­ren Hälf­te, um­ge­ben von Ge­walt auf den Stra­ßen und im Heim; der öf­fent­li­che Dis­kurs kann nicht mehr mit ra­tio­na­len Ar­gu­men­ten ge­führt wer­den und das po­li­ti­sche Sys­tem ist un­de­mo­kra­tisch auf­ge­baut, weil po­li­ti­sche Ver­tre­ter nicht von Wäh­lern, son­dern von Geld­ge­bern ab­hän­gen. Könn­te ein ost­eu­ro­päi­scher Bett­ler­staat sein, oder eine ara­bi­sche Schein­de­mo­kra­tie. Be­schrie­ben wur­den die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. An­ders­wo wur­den Ju­gend­li­che auf­grund von ‘Un­sitt­lich­keit’ zu tau­sen­den weg­ge­sperrt (keine Rechts­staat­lich­keit). Die Rede ist nicht von Ar­gen­ti­ni­en oder Chile. Be­schrie­ben wurde die Schweiz der 40er bis 80er Jahre. Ein von In­dus­trie­ab­wäs­sern ver­seuch­ter Fluss fängt Feuer und brennt mit haus­ho­her Flam­me: Lagos in Ni­ge­ria, ir­gend­wo in Pa­kis­tan? Nein, in Cleve­land, einer Stadt in den USA
14. Januar 2011 von Spiegelfechter - ein Gastartikel von Tobias Pester

 

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