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Gauland – und die Verlogenheit der AfD

Veröffentlicht am 31.05.2016 in Bundespolitik

Das war wirklich unerhört. Und das stößt selbst eingefleischten Rassisten übel auf. Schwarze Fußballspieler sind gute Deutsche. So lautet die Regel. Sie will man selbst in Heidenau oder Freital als Nachbarn haben.

Hätte er doch nur Muslime beleidigt oder gegen Flüchtlinge gehetzt. Das werden sich viele in der AfD gedacht haben, als sie hörten, dass sich Alexander Gauland an Jerome Boateng vergriffen hat. Ausgerechnet an einem Nationalspieler, einem deutschen Leistungsträger – und das kurz vor der EM.

Selten hat sich der Rassismus der AfD so sehr selbst entlarvt wie im Fall Gauland. Aber der Fall zeigt auch die ganze Verlogenheit und Heuchelei der AfD. So schnell war Frauke Petry noch nie, um sich von Entgleisungen eines Parteifreundes zu distanzieren.

Jetzt gilt Gauland als Parteischädling, denn das kann Wählerstimmen kosten. Hätte er – wie üblich – gegen den Islam gehetzt, dann wäre die Welt der AfD noch in Ordnung.

Dabei hätte es schon öfter Gelegenheit gegeben, sich von dem Altherrenrassisten mit den eleganten englischen Jacketts zu distanzieren. Als er zum Beispiel Angela Merkel für die Anschläge auf Flüchtlingsheime verantwortlich machte. Oder als er offen mit Pegida als “natürliche Verbündete” sympathisierte. Oder als er den AfD-Rassentheoretiker Björn Höcke als seinen “Freund” in Schutz nahm.

Bei diesen Gelegenheiten aber hörte man nichts von der Parteispitze. Weil es ins Konzept passte, alles abzufischen, was am rechtsradikalen Rand an Wählerstimmen zu holen ist. Aber einen Nationalspieler anzugreifen – das geht den AfD-Nationalisten wirklich zu weit.

Man muss Alexander Gauland fast dankbar sein, dass er diese Verlogenheit offen gelegt hat.----Michael Spreng-Sprengsatz, 30.5.2016

 

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