Mit niemandem kann Andrea darüber sprechen, wie gelähmt und abgeschnitten sie sich fühlt, seit sie arbeitslos ist. Nur mit dem Seelsorger ihrer Gemeinde. Und der findet klare Worte für sie. […]
Mit niemandem kann Andrea darüber sprechen, wie gelähmt und abgeschnitten sie sich fühlt, seit sie arbeitslos ist. Nur mit dem Seelsorger ihrer Gemeinde. Und der findet klare Worte für sie. […]
Seitdem sie Hartz IV bezieht, fühlt sich Andrea „wie gelähmt“, auf Fotos will sie sich nicht zeigen, aber nicht aus Scham. „Sondern weil ich mir noch eine Restnormalität erhalten will“, sagt sie. „Denn wer das weiß mit dem Hartz IV, von dem werde ich nicht mehr wie ein Mensch behandelt.“ Jobcenter-Angestellten sähen in ihr nur eine „Bittstellerin, eine Nummer, die verwaltet wird“ und behandelten sie auch so. Immobilienmakler wendeten sich bei Wohnungsanfragen ab. Bei früheren Freunden verspürt sie eine „Asymmetrie zwischen uns“, die vorher nicht da war.
Dann diese Angst: diese diffuse, fürchterliche Angst, die sie überfällt, wenn sie Briefe vom Jobcenter im Briefkasten findet, wohlwissend, dass das Standardbriefe sind, klar. „Aber auch Standardbriefe kann man menschenwürdig verfassen, und diese Briefe lesen sich nicht, als hätte sie ein Mensch verfasst. Und in der Regel bestehen sie aus einer Aneinanderreihung von Sanktionen.“
Quelle: Spiegel Online
Anmerkung JK: Es ist klar, Hartz-IV ist ein System der Angst, das die Menschenwürde der Betroffenen mit Füßen tritt. Das Erschreckende daran ist aber, dass das Schicksal der Bürger, die diesem System ausgeliefert sind, niemanden interessiert. Dazu nochmals „Der Erfolg der AfD wundert mich nicht“.
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