SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Die Kirche - die Mächtigen und die Ohnmächtigen

Veröffentlicht am 12.07.2009 in Allgemein

Bischof Wolfgang Huber brauchte sich gar nicht mehr am Gespräch zu beteiligen. Denn auf dem Podium der Arbeitgeberverbände wurde sowieso gesagt, was dem EKD-Ratsvorsitzenden wichtig war. Drum konnte Huber, als er am Mittwoch in Berlin mit Wirtschaftsvertretern über die Marktwirtschaft diskutierte, öfter mal seinen Gedanken nachhängen, während sein Part von Unternehmern oder Managern übernommen wurde. Sie erklärten, dass eine “neue Wertorientierung der Wirtschaft” nötig sei, die sich nicht mehr “nur am Shareholder-Value, sondern auch am Gemeinwohl orientieren muss”, wie sich der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmer, Josef Beutelmann, ausdrückte.

Oder dass es “Spielregeln und Regulierungen auf den Finanzmärkten” geben müsse, wie Anton F. Börner vom Bundesverband Großhandel erklärte. Oder dass sich “der zügellose Kapitalismus auf den Finanzmärkten als brandgefährlich offenbart” habe, weshalb der Staat ein “starker Regelgeber” sein solle, wie Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte. Viel musste Huber dem nicht hinzufügen. Er konnte einen Erfolg genießen: Die Kirchen haben mit ihrer Wirtschaftsethik bei Ökonomen, Praktikern und wirtschaftsnahen Politikern Gehör gefunden(…)

Nicht zuletzt deshalb, weil die Bischöfe gut vernetzt sind, auch mit Vertretern der Wirtschaft. Das geht vor allem auf das Wirken von Kardinal Karl Lehmann als Vorsitzender der Bischofskonferenz zurück. Er benannte in dem Papier nicht nur die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und die Erosion alter Solidaritätsformen wie der Familie, sondern rügte auch das “Anspruchsdenken”. Die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungskraft, lautet eine These, komme ärmeren Bevölkerungsteilen mindestens ebenso zugute wie vermehrte Transferleistungen. Soziale Gerechtigkeit wurde vor allem als Chancen- und Beteiligungsgerechtigkeit definiert - eine Parallele zum neuen Denken in der EKD. “Für ein solches, modernes Gerechtigkeitsverständnis setzt sich auch die überparteiliche Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ein”, lobte der ehemalige Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer den “Impuls”. Tietmeyer gehört zu den Prominenten aus Wirtschaft und Finanzwelt, die eng mit der Bischofskonferenz verbunden sind und über die der Episkopat seine Gedanken diskret in Organisationen und Gremien der Wirtschaft transportiert.
Quelle: Welt

Anmerkung B.H.: Bemerkenswert, dass hier die Umarmung der Wirtschaft mit den Kirchen auch so benannte wird, und gleichzeitig kritisiert wird, dass die Kirchen selbst nur Kontakt zu “Eliten”, aber nicht zu den von den “Reformen” betroffenen suchen….

 

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