SPD Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz

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Die deutschen Exportüberschüsse werden politisiert!

Veröffentlicht am 04.02.2017 in Wirtschaft

Deutschland, so der Außenseiter, habe einen „extrem unterbewerteten“ Euro dazu benutzt, die USA und ihre EU-Partner „auszubeuten“. Wer aber allen Ernstes geglaubt hat, dass der „wirtschaftliche Erfolg“ Deutschlands in erster Linie auf der überragenden Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft beruht, der kann freilich nicht fassen, warum er, der „Musterschüler“, nun plötzlich „Ausbeuter“ gescholten wird.

Unser Verdacht, dass ein Großteil der Ökonomenzunft schlicht keine Ahnung von der Funktionsweise moderner Geldwirtschaften hat und daher auf deren Rat unsere sogenannte politische Elite eine katastrophale Wirtschaftspolitik betreibt, bestätigt eindrucksvoll Angela Merkel. Sie hat, so berichtet die FAZ, die Kritik unseres Außenseiters wie folgt „gekontert“:

 

»Deutschland ist ein Land, das immer dafür geworben hat, dass die Europäische Zentralbank eine unabhängige Politik macht, so wie das auch die Bundesbank gemacht hat, als es noch keinen Euro gab.«(hier)

Frau Merkel sollte unbedingt nach neuen wirtschaftlichen Beratern Ausschau halten, denn der „Außenseiter“, der nun „ranghoher Berater“ Trumps ist, wird zu einem solchen Unsinn nicht nur nicken und sich vielleicht noch denken, so sind sie halt die Deutschen, sondern sie mit Fakten konfrontieren. Und Fakt ist, dass Deutschland durch seine Lohndumping-Strategie unter dem Deckmantel des Euro real abgewertet hat. Es hat, wie wir hier immer und immer wieder geschrieben haben, anders als etwa Frankreich, eine Lohnentwicklung weit unterhalb des Produktivitätsfortschritts verzeichnet und sich dadurch unlautere Wettbewerbsvorteile verschafft. Ohne den Euro, also mit der Mark, wäre der schöne Wettbewerbsvorteil durch eine Aufwertung ziemlich schnell zunichte gemacht worden.
Die Zeiten, in denen man andere an die Einhaltung von Regeln mahnen konnte und ein Spiel spielte, das alle Regeln einer vernünftigen internationalen Wirtschaftsordnung missachtete, scheint endgültig ausgespielt. Dass es dazu einer Figur wie Donald Trump bedurfte, nennt man wohl Ironie des Schicksals.
Quelle: Makroskop

 

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