In Deutschland droht ein drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Politik muss gegensteuern, fordert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Damit es nicht ganz so schlimm kommt, sollte die Bundesregierung jetzt rasch handeln und ein drittes Konjunkturprogramm auflegen, rät die OECD.
Dabei sollte der Schwerpunkt auf der Arbeitsmarktpolitik liegen: “Weitere Maßnahmen sollten vor allem das Ziel haben, Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen”, betonte Schmidt-Hebbel. Der Arbeitsmarktexperte Gerhard Bosch plädiert zudem dafür, dass Jobsuchende länger Arbeitslosengeld I bekommen. Die reguläre Bezugsdauer sollte von einem auf zwei Jahre verlängert werden, fordert der Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen. Diese Regelung könne auf die Krisenzeit befristet werden. Denkbar sei auch, das Arbeitslosengeld nach einer gewissen Zeit zu verringern. Auch die OECD hält es generell für denkbar, die Arbeitslosen-Unterstützung befristet zu verlängern - und zwar in Ländern, in denen bislang nur für kurze Zeit Hilfen gewährt wird. Welche Staaten damit gemeint sind, verschweigt die Organisation. Sie befürwortet auch Zuschüsse für Kurzarbeit, die es in Deutschland bereits gibt. Dieses Instrument hilft derzeit, den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu dämpfen. Laut Bundesagentur für Arbeit haben zwischen November und Februar Betriebe für rund 1,6 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.