
Der aktuelle Betrugsskandal um gefälschte Abgaswerte bei Volkswagen ist auch eine Zustandsbeschreibung unseres politischen Systems.Die Regierung unternahm alles, damit der Betrug weitergehen konnte. Automobilindustrie und Politik sind eng verwoben.

Der aktuelle Betrugsskandal um gefälschte Abgaswerte bei Volkswagen ist auch eine Zustandsbeschreibung unseres politischen Systems.Die Regierung unternahm alles, damit der Betrug weitergehen konnte. Automobilindustrie und Politik sind eng verwoben.
Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe feststellt, wissen deutsche Politiker seit vielen Jahren, dass die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipuliert werden. Doch nicht nur das, so der SPIEGEL: Die Regierung unternahm alles, damit der Betrug weitergehen konnte.
Automobilindustrie und Politik sind eng verwoben. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann ist Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. Dieter Althaus – bis 2009 Ministerpräsident von Thüringen – ist jetzt „Vice President Governmental Affairs“ des Automobilzulieferers Magna Europe. Der ehemalige Staatsminister von Bundeskanzlerin Angela Merkel Eckart von Klaeden ist Cheflobbyist bei Daimler. Und natürlich hat sich auch Volkswagen ehemalige Politiker eingekauft. Der Ex-Büroleiter von Angela Merkel, Michael Jansen, ist jetzt Chef der Berliner Repräsentanz von Volkswagen, sein Vorgesetzter Thomas Steg war Regierungssprecher sowohl für Gerhard Schröder als auch für Angela Merkel.
Quelle: Demokratie +
Anmerkung WL: Laut Bild am Sonntag gibt es erste Geständnisse von VW-Ingenieuren. Mehrere Mitarbeiter räumten ein, im Jahre 2008 Schummel-Software installiert zu haben. Die Ingenieure hätten bei Dieselmotor EA 189 keine Lösung gefunden, der einerseits die Abgasvorgaben und andererseits die Kosten eingehalten hätte. Dieser Motor sei für die Serienproduktion freigegeben worden und in Salzgitter gebaut worden. Mehrere Ingenieure belasteten den VW-Entwicklungschef und engen Vertrauten Winterkorns, Ulrich Hackenberg. Die Software-Technik lieferten Bosch und auch Continental. Der Zulieferer Boch warnte angeblich früh vor einer illegalen Verwendung der Software. Winterkorn stehen laut BamS 70% seines letzten Grundgehalts, also monatlich rund 94.000 Euro als Betriebsrente zu.
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