Der Verwaltungsrat der BayernLB versäumte im August 2007, den Deal mit der Hypo Alpe Adria zu stornieren. Nun gerät auch die frühere Regierung Stoiber in Bedrängnis.
Infolge der Bankenkrise seien die Finanzmärkte im August 2007 praktisch vollständig zum Stillstand gekommen.
BayernLB: Nach der Razzia
Der Verwaltungsrat der BayernLB versäumte im August 2007, den Deal mit der Hypo Alpe Adria zu stornieren. Nun gerät auch die frühere Regierung Stoiber in Bedrängnis.
Infolge der Bankenkrise seien die Finanzmärkte im August 2007 praktisch vollständig zum Stillstand gekommen. Spätestens dieses Ereignis hätte Vorstandschef Schmidt veranlassen müssen, den für die Hypo Alpe Adria ausgehandelten Kaufpreis in Frage zu stellen und einen Wegfall der Geschäftsgrundlage geltend zu machen. Darauf habe Schmidt aber bewusst verzichtet. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt festgestanden habe, dass der Wert der österreichischen Finanzgruppe allein schon durch die Vertrauenskrise auf den Finanzmärkten erheblich nach unten hätte korrigiert werden müssen. Durch seine Untätigkeit habe Schmidt der Landesbank schwer geschadet. Der Kaufpreis für die Hypo Alpe Adria sei weit überhöht gewesen.
Schmidt wäre verpflichtet gewesen, wie ein ordentlicher und gewissenhafter Kaufmann zu handeln, steht im Durchsuchungsbeschluss. Um den damaligen Verwaltungsrat macht die Münchner Justiz jedoch einen großen Bogen, er kommt in den acht Seiten nicht vor. Kritiker monieren, das könnte an der prominenten Zusammensetzung des Kontrollgremiums liegen. Dem gehörten damals neben Faltlhauser und Naser unter anderem auch der heutige CSU-Fraktionschef Schmid und Städtetagspräsident Schaidinger an; sowie Günther Beckstein, seinerzeit Innenminister und Erwin Huber, damals Wirtschafts- und später Finanzminister sowie CSU-Chef.
Quelle: SZ